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Lebenszeit, oder: time flies when you're enjoying yourself

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Neulich, eines der vielen Engländer-Bonmots aus unserem gleichzeitig eintönigen und schnelllebigen lockdown-Leben: "Seit wann folgt denn Freitag auf Montag?"  Die Tage scheinen geradezu vorbeizurasen, ist jetzt schon Februar oder noch Dezember? Gefühlt jeden zweiten Tag muss ich meine Fingernägel schneiden, meine Haare sind zu einer Pande-Mähne gewachsen, plötzlich ist schon wieder Sonntag und wir haben vergessen einzukaufen. Das stellt übrigens kein Problem dar, denn Essen einkaufen die einzige uns verbliebene kreative Interaktion mit der Welt, und unser Kühlschrank kennt nur noch ein Lied „ iss mich leer, ich kann nicht mehr“. Verhungern ist eine der Todesarten, die gerade am wenigsten drohen. Eine unserer Lieblingskonversationen manchmal nachts, wenn wir beide aufwach: "Sollen wir frühstücken?" Aber immer! sagt meine Schwester. Dieses Leben im langsamen Zeitraffer heißt aber auch - irgendwann geht auch das vorbei. Selbst die Spanische Grippe stoppte irgendwann,...

Leserinnentrauma und Trapanese

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Eigentlich ist der Sommer für mich hauptsächlich eine endlose Gelegenheit zum Schwimmen. Aber wenn es zu heiß wird, bietet sich auch an, den ganzen Nachmittag auf dem Sofa - oder dem Bett - zu liegen und endlich mal richtig viel zu lesen.  Diesen Sommer sind meine Bücher, ohne es so zu planen, wirklich schwere Kost. Francesca Melandri, "Alle außer mir",  nimmt einen mit in die schmutzige Kolonialgeschichte von Italien, die übergangslos in den Horror der Geflüchteten aus Afrika mündet. In "Heimsuchung", erzählt Jenny Erpenbeck die Geschichte Deutschlands mit dem Mittel eines Hauses, das heißt, eigentlich erzählt sie nicht, sondern schleicht sich von hinten an und zieht dir ganz lakonisch eins über den Kopf. Sie beschwört die Scheußlichkeit des Krieges mit knappen, brutalen Worten herauf.    Diese Besprechung half mir, die Personen besser zu verstehen, wer,wo, wann, warum... Und mein schon erwähnter 600-Seiten-Roman, "The Time of our Singing" vo...

Alles was recht ist, oder Creature Comforts for Strange Times

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Fangen wir an mit einem Osterfundstück auf Flickr: abgeschreckte maskierte Ostereier ***  Let's start with some scared Easter Eggs - found on Flickr Und hier ein Bild für Luisa, Lissabon leer *** this one's for my sister, deserted Lisbon In den letzten Tagen bin ich, Überraschung! viel auf dem Sofa gesessen oder rumgelegen. Und jetzt hatte ich den Salat - Kreuzweh. Yoga hilf! 1991 machte ich mit FreundInnen in London ein wunderbares Café auf. Wir ahnten nicht, worauf wir uns da eingelassen hatten - 14-Stunden-Schichten, schleppen, schleppen, schleppen. Der Plan war: Küche im ersten Stock, Café unten, Aufzug für Essen. Leider ging uns das Geld aus, der Aufzug blieb ein Traum und alles musste auf der herrlich geschwungenen Treppe rauf- und runtergeschleppt werden. Es war großartig. Im Sommer 1992 war mein Rücken so kaputt, dass ich mich kaum mehr aus dem Bett erheben konnte. Meine Ärztin überwies mich zu einer Physiotherapeutin, eine winzig kleine Inderin, ...

Kochbücher, oder wie man einen greislichen* Sommeranfang übersteht (*greislich is bayrisch für schiach)

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Vielleicht streike ich heute einfach. Selbst die stärkste, entschlossenste Optimistin muss einmal das Besteck hinlegen. Vielleicht mache ich heute einfach wieder die Heizung an, lege mich aufs Sofa und lese in meinen Kochbüchern. Warnung: dieser Eintrag ist lang, und vielleicht langweilig für alle, die sich nicht für die jämmerliche Gemütslage einer beleidigten Tochter interessieren. Diese sollten nach dem Betrachten der Kochbücher einfach aussteigen.  *** There are two parts to this endless post: first an overview over my current preferred reading on all matters food, cooking and taking pictures thereof. Followed by a moan about the weather and my life as the eternal daughter of an ancient mother. But you can skip that since I left it in German. Hier ist eine Auswahl meiner derzeitigen Lieblingsküchenschmöker:  Plate to Pixel ist eine super gute Einführung in die Foodfotografie, die Technik, das Styling, wie man mit Licht umgeht usw. Ich muss allerdings sagen, dass...

Lesen, Essen und How to be a Foodie

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Was ich gerne esse, wird aus meinem Blog ja hinreichend klar. Aber meine Lektüre übers Essen ist etwas raffinierter als mein tägliches Essen. Ich verschlinge geradezu Artikel über Essthemen, am gierigsten, wenn sie Kochrezepte enthalten. Ich folge auch verschiedenen Kochblogs, und derzeit lese ich ein Buch von der Königin der Foodblogs , Pim Techamuanvivir, betitelt "The Foodie Handbook". Nun muss ich dazu sagen, dass dieses Buch zu meinen alltäglichen Essgewohnheiten im gleichen Verhältnis steht wie meine Garderobe zu Vogue. Aber ich liebe Pims Stil, sich scheinbar bescheiden mit einem Grundrezept für Brathuhn ("then you stuff that baby") auf mein Niveau herabzulassen, nur um es dann mit Nebensätzen wie "das ehrwürdige Pariser Restaurant L'Ambroisie..ist schon lange eines meiner Lieblingsrestaurants" und "als apéritif würde ich nur ganz leichten Champagner servieren" nichtig zu machen. Die Frau sieht kaum älter als 35 aus, hat aber schon in ...

How about reading?

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I read this letter to my newspaper today about the whole hype: "Save the automobile industry! save 1,000s of jobs" etc. and this guy says "why don't we just drive the cars we have, we all work less, okay, we have less money, but we have more time to read." It's hard to say things like that, but they need saying, too. Once upon a time..... click on the picture if you want to read it!

the little things in life

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Today, I read a book by Christa Moog about Katherine Mansfield that I admired, "Aus tausend grünen Spiegeln". I was jealous of the way she was able to intertwine her life as a woman who left her country with that of her subject, who left New Zealand to live in London and Paris and the South of France, like a rolling stone. She just describes where she is, where she "meets" KM, how she sees the things that KM saw, she quotes passages from her stories and then just puts her own story beside them. Is it possible to learn to write like this? It is a sort of fictional but also chronicle style, full of sensuous images of bursting plums and the feel of Paris streets, of the busy kitchen of a London biographer (this must be Claire Tomalin who also wrote a biography of KM), and of the warm sun on rusty farm machinery in Thuringen...It was kind of hard to read but also like watching a film, one of those films that was spawned by "the French Lieutenant's Woman" ...

Breeze

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My bedtime reading at the moment is "On Beauty" by Zadie Smith, and "Hundstage und Krokodilstränen" by my sister, Luisa Francia, which I have named "the little green book". Zadie's book is so lovely, a proper old-fashioned novel with a contemporary feel to it; I am really enjoying reading it. I found her first "White Teeth" really interesting, too - but it was what book reviews like to call "flawed", it didn't really flow, it stumbled over its own ideas and descriptions which, however, gave insights into a world of London immigrants that was pretty much unknown to me. "On Beauty" is a much more familiar format, a novel about two families, about academia, about ideas, about race - but in such a lovely non-banner-waving way that you can't help but getting sucked into it. My favourite character is Levi, the youngest son - he is so mellow, so devoid of badness, so lovely, and just a little bit dumb. About Luisa's...