Eine Tirade und eine Nachspeise

Meine Schwester hat mir mal erzählt, dass ihre Freundin Annamirl auf die Frage der Lehrerin, was sie denn mal werden wolle wenn sie groß ist, antwortete: "Lockvogel".  Eine riskante Berufswahl, die oft nicht gut ausgeht. Heutzutage wollen kleine Mädchen später eher Influencerin werden, ein Beruf der zwar nicht gefährlich ist, aber so nützlich wie ein Kropf. Sie sind eine Geißel der Menschheit, treiben sich zum größten Teil auf TikTok herum, empfehlen Reisen an geheime, bisher unentdeckte Orte oder in eh schon überbesuchte Städte. Sie sprechen von Foodporn und regen kleine Kinder dazu an, Kosmetikprodukte zu kaufen. Dank der InfluencerInnen ist die Rolle der Frau in Gefahr, auf das Niveau der 50-Jahre zurückzufallen; dicke Lippen und zaundürre Figuren sind so in wie zu Sofia Loren und Audrey Hepburns Zeiten, und in der Küche stehen die Tradwives wie aus dem Dr.Oetker-Kochbuch der 50er-Jahre. Nur eben noch schlimmer, mit den aufgespritzen Lippen und den 10cm Plastikfingernägeln. Dazu dann die aggressive "neue" Männlichkeit der "Bros", die sich überall aufmanndeln. Das sind für mich die neuen Terroristen des Internets.
Zum Glück gibt es auch die Gegenbewegung, die man inzwischen auf der ganzen Welt in den massiven Demos sieht: Protest gegen unsere unfähige Regierungen, die "heiligen" Kriege, die Angriffe auf Frauen. Toughe junge Frauen, die die Rückbildung des Feminismus verhindern, linke Omas gegen Rechts, die "not all men"-Fraktion und die Rainbowkoalition. Sonst wäre ich wirklich manchmal versucht, im Bett zu verschwinden und die Decke über den Kopf zu ziehen.
Aber...es ist endlich Frühling 
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Spring has come at last, at least in the big city
 Eine Erinnerung an England... A memory of England
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I have a question for you, English language readers: since my friend Steve has died, your numbers have gone down to one, maybe two, maybe three. Pradnya tells me she got a translation from the internet. I might occasionally leave you (two?) to do it this way. Let me know me if you care?
Steve und ich, in1978, mit langen Haaren!
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There's me with Steve in our glorious hairy youth, in London.
    
Unser total unsympathischer Kanzler hat ja nix besseres zu tun als seine WählerInnen immer wieder zu beleidigen. Wir gehen zu früh in Rente, wir arbeiten nicht genug, allein erziehende Mütter sind zu faul, sich einen Job zu suchen usw.   Ein Artikel neulich in der Süddeutschen Zeitgung gibt mir die große Befriedigung zu wissen - ich habe alles richtig gemacht! Nur wenige Jahre meiner Arbeitslaufbahn habe ich Vollzeit gearbeitet, sonst Teilzeit, home office, oder eben gar nicht. Und ich hatte keine Kinder, denn Kinder sind ja bekanntlich eine Lebensaufgabe, ein Job der keinen Urlauib kennt und der völlig unter-, wenn nicht sogar unbezahlt ist.
Zum Schluss noch eine aufbauende schnelle Nachspeise: Ich hab vor einiger Zeit beim Dinzler eine Tüte Baisers gekauft. Sie lag ewig dekorativ herum, bis mir das Wort „Montblanc“ einfiel. Ich hatte nämlich auch eine Tube Kastanienpüree. 
Dieses Desserts besteht aus Baiser (oder einer anderen Tartebasis), Schlagrahm und kunstvoll arrangierten "vermicelli" aus Kastanienpüree. Wie ihr seht, bin ich keine Perfektionistin.
Und so sieht übrigens ein perfektes Montblanc-Dessert aus! Falls ihr das ganz von Anfang her bauen wollt, gibt es hier ein amüsantes Rezept. 

Comments

  1. Danke für deine Worte, du sprichst mir aus der Seele! Übrigens war ich "dumm" genug, Kinder zu kriegen. Ich liebe sie, aber so wie das alles gehandhabt wird, würde ich sagen, Aussterben ist ok und verdient, ich würde es lassen.

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  2. Ohhh - bitte nicht falsch verstehen! Ohne die Lieblingsnichte und diebKinder meiner englischen und Münchner Freundinnen hätte mein Leben wesentlich weniger Spaß gemacht!

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