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Viel los heute

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Mein Leben bewegt sich in Windeseile zwischen zwei wunderbar polaren Zonen: morgens das Land in kleidsamen Nebel gehüllt. Ein sehr kranker Engländer hatte sich auf das Sofa geflüchtet. In Grafing brachte ich meiner Mutter die Zeitung und kochte Kaffee - nachmittags war sie zum Glück mit Zocken beschäftigt. Dann nach München, zum Friseur im exzellenten Salon Klartext. Heute ist nämlich der Beginn der grauen Welle: helle Strähnen bereiten den Weg, der vom ewigen Färben mit immer wiederkehrendem Todesstreifen wegführen wird zu einem Flagge zeigenden Grauschopf. Ein Foto der überaus gelungenen Frisur folgt demnächst - (Und - danke, liebe Barbara!)  Auf den Friseur folgte das erste Mittagessen dieses Jahres IM FREIEN! In der SONNE! Im Volksgarten in der Brienner Straße, super feines unkompliziertes Essen mit Freundin S. Heute ausnahmsweise mal nicht bei McD, stattdessen gab es im Volksgarten Penne mit Romanesco und Manouri-Schafskäse. Ah, the refreshing culture cla...

Blog-Schaltjahr: Leaps, no boundaries

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Heute vor genau vier Jahren, nämlich auch an einem Schaltjahrtag, begann mein Leben als Bloggerin . Dieser ist der 757. Eintrag, und insgesamt ist mein Blog *staun* fast 170.000 mal besucht worden. Eigentlich müsste ich heute aufhören, zwengs der Symmetrie. Ich mag aber nicht. Ich werde gnadenlos weiter bloggen, bis mir nix mehr einfällt und meine Leserinnen mit nachlassender Aufmerksamkeit andeuten, dass ich besser Schluss machen sollte. Und was bringt das bloggen? Mir hat es eine ganze Welt von interessanten Menschen eröffnet, die selber bloggen oder ihre Ideen als Kommentare einbringen. Und es hat sowohl meine Kochkünste als auch meine Fotos weiter gebracht, hauptsächlich durch das Studieren kreativer Blogs von anderen. Man kann vom Bloggen zwar nicht leben, obwohl es eine Art Arbeit ist. Aber ich habe in den letzten vier Jahren so viele Streicheleinheiten erhalten für meine Bemühungen, dass ich nie wieder Therapie brauchen werde. Dafür bedanke ich mich  hier ...

Lokalkolorit

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In Grafing macht gerade eins der Einkaufsparadiese meiner Mutter zu, der Hafenmair (auf dem Bild bei einer der Leonhardifahrten ). Im einzigen Geschäft in Grafing, wo man Töpfe, Geschirr und Haushaltskram kaufen kann, geht einfach nichts mehr. Die Verkäuferin erzählte unter Tränen, seit 50 Jahren sei sie hier und jetzt kommen die Leute nur noch und lassen sich beraten und bestellen dann im Internet. Ich hatte plötzlich ein schlechtes Gewissen, weil auch ich mich von der unsichtbaren Hand des Marktes hauptsächlich Richtung München oder schwedisches Möbelhaus leiten lasse. Einer nach dem anderen verschwinden Namen, die in Kleinstädten ja eine feste Größe sind: Drogerie Daxenberger, das Fruchthaus Boni, der Grießmüller, Milli-Mayer, Hut Mayer, und jetzt der Hafenmair (das große Maier-Sterben?). Jetzt gibt es halt nur noch Edeka, Rossmann, Aldi etc. - den Schlecker gibt es ja vielleicht auch bald nicht mehr, wobei sich hier die Tränen in Grenzen halten. Die Farbe verschwindet aus den K...

Andalusische Geschichten

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Als ich neulich auf Arte den Film von Carlos Saura sah, Flamenco Hoy , hat mich unerwartet die Sehnsucht nach Spanien überfallen (ich bin einfach überfällig!)  Ich habe von Anfang an zu dieser Musik eine Affinität gespürt - mich erinnerte die ganze Flamencokultur an bayerische Volksmusik - Jodeln, Schuhplatteln, Zwiefache, die manchmal peinlichen Trachten. Alles irgendwie uncool, Großelternkultur, aber voller Kraft. Beides wird jetzt von einer jüngeren Generation wieder entdeckt und neu interpretiert. Sauras Film ist natürlich eine künstlerische, showmäßige Interpretation von Flamenco, aber er ist teilweise atemberaubend schön. Am Montag 5. März um 11.00 Uhr wird er im ZDF wiederholt, falls es jemand interessiert. In Andalusien gibt es an jeder Straßenecke viel rauere und authentischere Flamencoversionen. Von September 1995 bis Mai 1996 lebte ich in Sevilla. Ich machte damals in London ein Zweitstudium in europäischer Wirtschaft und Politik, und als Sahnehäubchen e...

A poem and a pudding

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Poetry in motion: meine Freundin Isabel schickte mir dieses Foto aus London. In der U-Bahnstation Tufnell Park - meiner früheren Haltestelle - postet ein Angestellter jeden Morgen ein Gedicht. Und dazu gibt's Grießpudding, ein schnelle Nachspeise für hungrige Tage, an denen kein Kuchen im Haus ist: 1/2 Liter Milch, 1 tl Butter, 50g Zucker, etwas Vanilleextrakt oder Vanillezucker in einem Topf unter Bewachung kurz aufkochen. Ein Ei trennen, das Eiweiß mit 1 Eßl. Zucker und dem Salz steif schlagen. 65g Grieß in die heiße Milch rühren und quellen lassen, nach einigen Minuten das Eigelb unterrühren. Wenn der Brei lauwarm ist, den Eischnee darunterheben. In einer Form oder einem Weckglas abkühlen lassen. Kann man mit Kompott oder auch Schokosoße essen (würde mir natürlich nie einfallen). Ich habe ihn diesmal mit meiner wunderbaren leicht bitteren Orangenmarmelade aufgeschmackt. I love all puddings made with semolina, so comforting. Here’s a quick fix for days when there’s no...

Der grüne Mittwoch

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Wirkliche Köchinnen wissen das schon lange, aber für mich ist es eine phantastische Entdeckung, dass man aus jedem grünen Kraut und jeder Nuss - und sogar aus Kernen - Pesto machen kann. Das Erbsengrün, das ich vor ein paar Wochen zum ersten Mal geerntet habe, wuchert weiter, und heute habe ich eine Handvoll davon im Mixer zu Pesto püriert. Ich hatte Rumfort-Pistazien im Schrank, die erhitzte ich in einer Pfanne ohne Fett und mahlte sie in der Kaffeemühle. Mit dem Erbsenkraut, einem zerbröckelten Stück Parmesan und Olivenöl - alles nach Gefühl bemessen - wurde daraus ein sehr feines Pesto. Dazu verzehrte ich meine restlichen sechs Stück Spinatravioli. Ja, so ein feines Mittagessen mache ich auch ganz für mich alleine! Anschließend ein sonniger Besuch beim Steinsee, der komplett zugefroren ist. Vermutlich wird es eine Weile dauern, bis auch die Taffste (=Luisa) da drin schwimmt.  It is quite possible that I am the last cook on earth who discovered that pesto can be made from v...

Dienstag Krapfentag

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Ich gebe zu - es freut mich, in einem Land zu leben, wo man wenigstens ein paar Wochen im Jahr dafür ausgezeichnet wird, "narrisch" zu sein. Wünsche euch allen einen besonders narrischen - und auch noch sonnigen - Faschingsdienstag!  I have to admit I appreciate living in a culture that rewards being "crazy" - at least for a few weeks every year. I wish you all a very jolly and sunny Mardi Gras/pancake Tuesday! Pfannkuchen mit etwas zu flüssig geratenem Lemon Curd Pancakes with a lemon curd that turned out a little too runny

So schaut's aus

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Ein Besuch in München: Schwelgen in Nostalgie in meinem alten Viertel, Käsevorrat auffrischen bei der Käsemaus. Besuch bei Rosa Schnuppensuppe , die Bitterorangen für mich hatte. Sarcletti hat renoviert und sieht nun wirklich italienisch aus - Rimini, anno 1988. Kaufhof: was, kein Saclá-Pesto mehr? Dafür 240 Fantasy-Pastasorten, die kein Mensch braucht. Im Löwengarten treffe ich ganz zufällig Helga B , auch eine Freude. Ein Brezensandwich am Ostbahnhof, während man vergeblich auf die S4 wartet. Keine Freude. In der Stadt, da sind schon andere Ausblicke geboten - zum Beispiel diese Liebesschlösser an einer Isarbrücke, und erwachsen agierende Kleinkinder. Bei uns aber, bei uns gibt's Sonnenuntergänge hinter dem Bahnhof, eine Küche mit Blick auf Schafe, und die Wirtschaft in Taglaching, wo das Essen einfach ist, einfach perfekt. Ois Bio, und frischer Fisch. ***** I had a few days of commuting to Munich this week, meeting  friends, wallowing in nostalgia in my ex-...

Tarts in the snow

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Meine Londoner Freundin Lola hat mich auf einen hübschen Artikel von Jeanette Winterson aufmerksam gemacht für diejenigen unter uns, die vom Zauber herzförmiger Kuchen oder müder Rosensträuße unberührt bleiben. Komisch, wie Valentine auch immer in den Fasching fällt, oder? So rosig sah es noch gestern abend aus; heute morgen nach Schneesturmnacht waren wir praktisch eingeschneit . Das nenne ich romantisch! Aber da es auch an solchen Tagen nicht ganz ohne Kuchen geht, möchte ich hier meine Neuschöpfung vorstellen: eine Maronentarte nach dem Vorbild des allerdings unerreichten Maronentörtchens von Obori, das ich an dieser Stelle glaube ich schon öfters erwähnt habe. Dazu ist Folgendes zu sagen: 1. Es gibt kein Rezept, ich habe es aus dem Ärmel geschüttelt: 2. Die Tarte hat eine Mürbteigbasis, z.B. aus 100g Zucker, 250g Mehlt und 150g Butter. Sie muss blind gebacken werden. Ich machte den Fehler, die Kidneybohnen direkt auf den Teig zu  legen - man legt sie natü...

Winterfreuden

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Auf die Idee, dass man hinter unserem Haus schlittenfahren kann, wäre ich von alleine nicht gekommen! Gestern bei Sonnenuntergang...  It never occurred to me that I could take a sledge (or a binliner) up to the hill behind my house. this was yesterday around sunset... ******  Bei diesem kalten Wetter gibt es außer Kuchen schon hin und wieder auch was deftiges, so zum Beispiel ein Szegediner Gulasch mit Bratkartoffeln, anstatt der "klassischen" Salzkartoffeln (die langweiligste Art, Kartoffeln zu essen). Die Bratkartoffeln vom Typ Linda, möchte ich vorausschicken, wurden im restlichen Gänsefett von Bollis Leberpastete mit Rosmarin aus dem tiefgekühlten Garten gebraten. Ab jetzt gibt es dann wieder herzfreundliches Olivenöl - gerade aus Portugal eingeflogen. Das Gulasch ist ein Traum, es kocht sich von selbst. Ich nahm 500g gemischtes Schweine- und Rindsgulasch von unserem Supermetzger in Grafing. 2 oder 3 große Zwiebeln und ein paar Knoblauchzehen grob schneiden,...