Drei Tage des Wahnsinns


Vor dem Regensturm, der uns zu Weihnachten beschert wird, gab es ein paar wunderbare Föhntage, mit Sonnenuntergängen und Ausflügen Richtung Berge

Before the rain storms hit us for a Wet Christmas, there were some truly amazing days with clear light, sunsets and outings to the mountains
Ich weiß schon, warum ich in der Wohnung immer sofort meine Brille absetze. 
Damit ich nicht vom Wesentlichen abgelenkt werde. Seit Tagen will ich diesen vorweihnachtlichen Eintrag schreiben, aber kaum setze ich die Brille auf, sehe ich Staubmäuse auf dem Schreibtisch. Dann sind auf dem Küchenboden die Spuren des Kaffees, den der Engländer ins Wohnzimmer geschwappt hat. Im Schlafzimmer fällt mir ein, dass das Bett gemacht werden sollte, weil der Mann kommt der die Rauchmelder prüft. Dann trinken wir Tee, und schon ist es wieder Zeit fürs Abendessen. Wir glotzen ein bisschen. Nachrichten schon lange nicht mehr, aber ich muss mich ja über "Kulturzeit" ärgern, wo immer nur todernste politische Themen verhandelt werden - was ist eigentlich Kultur? Krieg? Diskriminierung? Mord und Totschlag? Oder ein bisschen Kino, die neueste Serie auf Apple+ oder schräge österreichische Bands,  meinetwegen.
 Jedenfalls fällt mir danach nix mehr ein für den Blog. Bin erschöpft und schlecht gelaunt.
Und jetzt noch Weihnachten... das ist für mich nur die Aussicht auf drei Tage hintereinander für die ich manisch einkaufe, damit wir auch genug haben an Pasta, Kartoffeln, Ricotta, Schlagrahm, Milch, Mandarinen, Mascarpone, Schokolade, Bananen, Eier, Oregano, Wirsing, Mortadella, Mozzarella, Rinderrouladen, Gurkerl, Johannisbeermarmelade (für die Linzer Plätzerl, die ich unbedingt noch backen will) Yoghurt, Käse, Polenta...
Für die drei Tage kaufe ich alles ein, was ich sonst das ganze Jahr in aller Ruhe besorge, oder was der Engländer stoisch Tag für Tag heimbringt. 
Denn für den einen Feiertag an dem eine Freundin kommt, muss ich was zu essen planen...
 Ich habe ja einen Ruf zu verlieren.
Also kann ich nicht nur Eier auf den Tisch stellen - ich denke da an Luisas Besuch, dem sie die besten Rühreier machte.
Aber!! es gibt Eiergerichte, die was hermachen. In den letzten Jahren haben wir - dank good old Ottolenghi - Shakshuka entdeckt. Und allmählich entdecke ich, dass es in vielen Ländern Variationen zum Thema "Eier pochiert in Saucen" gibt. Ein Gericht das super schmeckt und schnell gemacht ist.
Mein Shakshuka geht ganz einfach: Im Sommer einfach schöne reife große oder kleine Cocktailtomaten kurz ins kochende Wasser werfen, danach kann man die Haut leicht abziehen. Eine große Zwiebel in Ringe schneiden, glasig braten, nach Wunsch Knoblauch dazu. Oregano oder Majoran, Chili deiner Wahl (ich türkischen Pul Biber) dazu. Einen Schuss Granatapfelsirup (oder ein Löffelchen Zucker) für die Tomaten. Die kommen jetzt rein und das Ganze darf mindestens 20 Minuten köcheln. Im Winter nehme ich eine Dose guter italienischer Dosentomaten - die besten sind glaube ich von Mutti (jawohl!) Hier unten sind noch gelbe Paprika drin; was schmeckt, kommt rein. Für die Eier je eine Mulde machen, Eier reinlegen und Deckel drauf bis das Ei deine Wunschkonsistenz hat. Mit Koriander oder Petersilie bestreuen. 

Die Türkei hat uns "Turkish eggs" oder Çilbir beschert: pochierte Eier auf warmem Joghurt... himmlisch. In Italien heißen sie Uova in purgatorio - hier ein link zur wunderbaren A-Modo-Mio.

In Spanien gibt es Basque eggs, hier präsentiert vom Blog "Spain on a Fork".

Basque-Style Baked Eggs Recipe 

... und aus Mexiko kommen die Huevos Rancheros - hier ein Rezept von Jamie Oliver

Probiert alle aus, ihr werdet es nicht bereuen. Leider gibt's davon keine vegane Version - Eier sind Eier. Und das ist gut so.

  Hello! I am in a pre-Christmas funk, not because of presents - because we have long disposed with childish things - but because I am panicking we might actually starve over the three holidays. In Germany, Christmas is SERIOUS business. No shops are open, no restaurants to escape to. It's all silent night holy night, no halls are decked with holly because it's the season to be jolly. So we have opted out. But we have to eat. So, I have long lists to work through. Here, we shop at the baker's, the butcher's and the organic shop. Already I feel exhausted. How big is the family I have to feed? Well, there's the two of us. And a single visitor on Boxing Day. I know.

I might just buy loads of eggs (at the farm shop) and resort to all the fancy egg dishes. 

And a frozen salmon en croute from Lidl. ha ha.


For you English language people, please check the links above in the German version.

I am giving you Ottolenghi's pimped Shakshuka, and Çilbir, Turkish eggs served in warm garlickt yoghurt and a chili sauce. There's Italian uova in purgatorio - eggs in purgatory, Basque eggs and Mexican huevos rancheros.

 



Serviervorschlag: Shakshuka mit Sättigungsbeilage Bulgur und Spinat, daneben schmiegt sich noch ein Resterl Polenta vom Vortag hinein. Rumfort eben.
***
How to boost your Shakshuka into a big meal: add bulgur and green stuff - spinach, kale, cavolo nero etc. I also chucked in a leftover bit of polenta. Carbs good!
Und damit verabschiede ich mich bis zum nächsten Jahr mit einem Bild, das Luisa bei unserem Ausflug zum Samerberg gemacht hat. 

 

 Good-bye until next year - my birthday is looming...Gedanken zum nächsten Geburtstag

Comments

  1. Danke für den Dosentomatentipp. Selber habe ich in der letzten Zeit nur die Miserabelen erwischt. Bei mir gibt es dann auch türkische Eier in Jogurt. Hetze auch mit meiner EI Kaufsliste umher. Ich liebe auch Huevos Rancheros wie in Mexiko. Fröhliche w EI Nacht wünscht Myri

    ReplyDelete
    Replies
    1. Danke für die W-Ei-nachtswünsche! Dir ebenso!

      Delete
  2. Der Föhn zaubert oft die schönsten Bilder...
    Ergänzung zu den Eiergerichten, ich habe neulich etwas Bulgarisches entdeckt: Sirene po Schopski, also Käse nach Schopen-Art im Tontöpfchen mit Feta, Tomaten etc. und einem Ei, überbacken, köstlichst!
    Wünsche dir schöne, genussreiche Feiertage :-))

    ReplyDelete
    Replies
    1. Das klingt nach einem Festtagsgericht! Danke dir! Das wünsche ich dir auch..

      Delete
  3. Was für schöne Föhn-Bilder, das eine sieht fast aus wie wenn's Nordlichter wären ... Phantastisch! Ich wünsch dir jedenfalls alles Liebe und FROHE, nicht zu stressige Weihnachten. Genieß die Feiertage über alle Maßen - ich hab's genau so vor.
    Alles Liebe! Maria

    ReplyDelete
    Replies
    1. Stressig ist jetzt vorbei! Liebe Grüße 🎄

      Delete
  4. wir lieben diese shakshuka auch deshalb, weil man fast alles dazu verwenden kann, nur tomatendose/tomaten und eier stehen fest. heute gab es grünkernreste drin, und gerne auch koriandersamen und etwas chili. manchmal auch linsen, oder nudelreste. ein gericht, das schnell gemacht und lecker ist. nun muss ich noch das rezept mit jogurt testen. schöne feiertage für dich, liebe ilse. und ich feiere vielleicht mit dir geburtstag, hab nämlich auch.

    ReplyDelete
    Replies
    1. Meiner ist am 3.1. - wir können aber sowieso zusammen feiern!

      Delete
  5. Diese Fotos sind wieder mal phantastisch!!! Entspannte, frohe Festtage mit lieben, fröhlichen und interessanten Leuten. Danke für die Texte, die verführerischen Rezepte mit den dazugehörigen Bildern. Liebe Grüße aus der Sturmnacht.

    ReplyDelete
    Replies
    1. Stürmische Grüße zurück - an wen?

      Delete
  6. Moin Ilse, nun kann ich wieder anonym kommentieren. ;-)

    Danke für diesen Post. Dieses Shakshuka ist mir nun mehrfach "über den Inst*gram-Weg" gelaufen. Und immer sind alle so begeistert. Jedenfalls die, die das Essen dann zu "Post" verwursten. Die Gewürze haben mich abgeschreckt - vertrag ja vieles nicht - aber ich kann mich ja Gewürz für Gewürz heranwagen. Denn ich liebe nicht nur "BUTTER!" sondern auch Eier von hoffentlich zufriedenen Hühnern.
    Danke für die Fotos und das öffentliche :-) Schreiben von schlechter Laune. Die muss man doch auch mal haben dürfen in dieser "Heidi-Weidi-Winterwonder-Weihnachts-Dingenskirchen-Schiete". Sach ich mal jetzt so.
    Mein Geburtstag naht (55) und somit das neue Jahr. Das ist fein.

    Dem Engländer und Dir wünsche ich bestmögliche Tage bis ins neue Jahr, liebe Ilse.
    Möge die Küche duften und das Wetter so sein, dass ein Spaziergang mit Licht und Luft möglich ist.
    Liebe Grüße von Oona
    aus dem stürmischen Norden von Deutschland

    ReplyDelete
    Replies
    1. Liebe Oona, dir auch beste Zeit! Und lass dich nicht von Gewürzen abschrecken, Ottolenghi ist ja berüchtigt für seine Bandbreite! Liebe🎄grüße! Und alles gute zum nahenden 🎁

      Delete
  7. Ha ha die elderly women - da muss eine mal der Wahrheit ins Spiegelbild gucken;-)
    Ich wünsche dir genau die Weihnachten, die du dir selber wünscht und das dann ausgiebig.
    Fröhliche Grüsse über alle Tannenbäume hinweg zu dir. Ursula

    ReplyDelete
    Replies
    1. Lässt sich ja nicht verhindern… Dir auch beste Wünsche!

      Delete
  8. Ich bin sehr beruhigt, dass ihr nicht verhungern werdet über die Feiertage! In meinem Ferien-Apartment lässt sich nicht gut kochen, also werde ich mich in den nun auch auf der Insel ausgebrochenen Trubel stürzen und mich um einen freien Tisch in den Restaurants rangeln. Frohe Weihnachten und Mahlzeit, liebe Grüße von Bettina

    ReplyDelete
    Replies
    1. Ach - dafür kannst du beim bequem servierten Essen aufs Meer blicken…

      Delete
  9. So, auch wenn Weihnachten und sogar Silvester schon vorbei sind, muß ich diesen genialen Ilse-Post noch kommentieren! Köstlich, deine Wintertage. Ich kann es mir so gut vorstellen 😂 Dein manisches Einkaufen - kenne ich natürlich auch 😉 Genauso wie Shakshuka. Aber die Joghurt-Version klingt toll! Die kommt als nächstes dran. Ich hoffe, du hast alles gut überstanden und erholst dich jetzt ein wenig von den Feiertagen. Mein Wunsch für 2024.....bitte genau so weitermachen. Mit deinen Bildern, Rezepten, Erzählungen! Danke 🥰

    ReplyDelete

Post a Comment