Verpasster Winterzauber

Ich hab schon wesentlich angenehmere, aktivere Winter erlebt. Dieser herrlich frostige, schneeweiße, rutschige Januar geht heuer an mir vorbei. Mein geprellter Körper mag keine Rutscherei riskieren, also tapse ich jeden Tag einmal um das Viertel und verbringe den Rest der Tage in der Küche (siehe unten), abends früh im Bett und auf dem Sofa. Der Schmerz lässt immer mehr nach, ich kann schon auf dem Rücken liegen und schlafe fast normal, aber unnormal viel.
Zum Glück gibt es viele Bücher zu lesen: ich lese gleichzeitig den neuen Thursday Murder Club, das faszinierende "Playground" von Richard Powers und ein japanisches Büchlein über Food Detectives. Zu glotzen gibt's auch unanständig viel. Wir haben jetzt "White Lotus" auf Pr**me entdeckt, eine Serie die in englischen Medien in den Himmel gelobt wird und trotz fast nur unsympathischer Figuren süchtig macht. Mit Staffel 1 versöhnte mich der Junge, Quinn, der zum Schluss (Vorsicht Spoiler!) mit den hawaianischen Jungs in einem Boot auf den Ozean fährt. Staffel 2 nimmt uns jetzt nach Sizilien mit... oh mei, Tanya...
Die Agatha Christie-Verhunzung auf N**flix ist lachhaft grottenschlecht, angeschaut haben wirs trotzdem.
Ich hatte sehr viel Zeit, meine Fotoarchive zu durchforsten. Was hab ich für schöne Bilder angesammelt. Hier eine Auswahl an Winterfotos.. Weil ich viel daheim rumsitze, bin ich fahl weiß und zottelig. Deshalb ergötze ich mich an diesem Bild. Ich war 60! Auf dem Eis! Die Mütze hab ich, wie so viele schöne Lieblingsteile, irgendwo verloren.
Das Cafiko in der Schulstraße gibts auch nicht mehr. 
Die Berge bei Föhn gibts zum Glück alle Jahre wieder, und irgendwann hab ich auch wieder ein Auto und kann mehr sehen als meinen Grafinger Radius. 
Fall diese Bild nicht sichtbar ist, einfach drauf klopfen, dann erscheint es.   Google macht mir zur Zeit wieder das aufladen zur Hölle, thanks for nothing!
In der Küche habe ich kein Problem, so lang der Engländer die schweren Teile bereitstellt. Ich hab gebacken wie ein Profi. Meisterstück: dieses Brot.
Instagrambersucher kennen es vielleicht, das Rezept stammt von einem Österreicher, Thomas Kobler oder  #ichmachpizza, der es sein "Scheißegalbrot" nennt. Wahrscheinlich a) weil er halt ein Bub ist und nicht anders kann, und b), weil es wirklich kindisch einfach zu backen ist. Ich habe es schon zweimal erfolgreich gebacken. 
400g Dinkel- oder Weizenmehl
200g Weizenvollkornmehl
12g Salz, 5g frische Hefe
460ml Wasser
Alle Zutaten in eine Schüssel mit einem Löffel verrühren, bis keine Mehlnester mehr da sind.
Den Teig in der Kastenform, in der ihr das Brot backt,abdecken und über Nacht - oder 12-16 Stunden locker zugedeckt im Kühlschrank rasten lassen. Dadurch entwickelt sich das Gluten, das man sonst durch Kneten erlangt. 
Am nächsten Morgen die Form in den kalten Ofen schieben und bei 230° Unter-Oberhitze für 35 Minuten backen. (Ich hab ungefragt ein Schälchen Wasser reingestellt, weiß nicht ob das viel ausmacht).
Klappt und schmeckt! 
Außerdem gab's Rohrnudeln, nach einem bewährten Rezept.
Und jetzt hoffen wir auf ein Ende der Eiszeit, auf ein neues altes Auto, und viel viel Glück. 
Heute Nacht sind Polarlichter über Bayern zu sehen | Abendzeitung München
Gestern nacht gab's Nordlichter über Bayern. Aber leider nicht in Grafing, jetzt schau ich sie mir halt im Internet an.

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