Sprache und Musik

Ja, es heißt “Wuustersosse”, und das ist nur ein Beispiel der englischen Stolpersteine! 

Dazu der folgende Schwank biographische Eintrag aus meinem Leben. 

Im Jahr 1980  machte ich einen dreiwöchigen secretarial course in Soho, der mir nach dem Ende meiner Rockstar-Karriere den Eintritt in einen bürgerlichen Beruf erleichtern sollte. Es hat mir großen Spaß gemacht, wie immer, wenn man etwas Neues lernt. Dazu stellte sich heraus, dass ich hochbegabtes Sekretärinnenmaterial war, mit tip-top Tippgeschwindigkeit. Blind!

Eine der Aufgaben für uns SekretärInnen war es, englische Namen der upper class English families (sowie manche Ortsnamen) richtig auszusprechen. Also, Wuuster, Gloster (Gloucester), Mausl (Mousehole), Maleboan (Marylebone) usw. Interessant wird es bei Familiennamen. Die bekanntesten: Featherstonehaugh wird zu Fanshaw; Cholmondeley wird Chumley; St John (ein Vorname) natürlich Sinjun; Belvoir wird zu Beaver, Beauchamps zu Beecham, Cockburn zu Coburn. Was für ein Spaß.

Dank dieser exzellenten Ausbildung erhielt ich sofort drei Jobangebote. Eine feine Anwaltskanzlei bedauerte, dass ich lieber die Stelle bei der University of London annahm. Diese wiederum ließ mich ungern gehen, als ich kurz danach eine glanzvollere Beschäftigung als Übersetzerin bei “International Musician and Recording World” in Covent Garden bekam. 

 
Es gibt kaum Arbeitsfotos aus dieser Zeit - aber hier bin ich mit meinem zweiten geliebten Mini Anfang 80er-Jahre.
Wahrscheinlich eher nicht in Bürokleidung. 
 
Dieser Job war mein freier Eintritt zu vielen wunderbaren Konzerten. Mit meinem Kollegen Frank sah ich u.a. das erste Konzert von U2, The Pogues, Malaria, Joy Division. 

Oh die Musik in London in den 80er Jahren! Die vielen afrikanischen Bands: King Sunny Adé, Ali Farka Touré, Super Étoile de Dakar, Dollar Brand (hieß er damals), Angelique Kidjo, und natürlich Reggae - Peter Tosh, Aswad, Barrington Levy, The Wailers - alle kamen irgendwann nach London.

Musik war alles. FreundInnen liebten die gleichen Bands, ohne Ausnahme, wir gingen in die gleichen Konzerte, Festivals. “Broader than broadway” unsere Party-Hymne.
Und jetzt? Natürlich vorbei. Ich höre gerne vieles mit, was der Engländer so auf dem Tablet streamt.
 
 Und damit zur Tagessuppe. Habe ich schon erwähnt, dass der Engländer gerne Erbsen isst? Erbsen sind tatsächlich ein englisches Grundnahrungsmittel, eher für meine Generation, denn für die jüngeren foodies gibt es interessanteres Grünzeug wie stem broccoli, pak choi, mangetout usw.
Wen's interessiert, g**gle "peas" und Guardian, da gibt es Rezepte und Info über dieses charmante Gemüse.
 
In meinem Küchenschrank fand ich eine Tüte mit getrockneten Erbsen, die ich hauptsächlich zum Anpflanzen benutzte. Aber ich war neugierig, ob die auch zum Essen taugen. Und Überraschung: nach gefühlt tagelangem Einweichen und stundenlangem Kochen wurde ein grüner Brei draus, der die Konsistenz der guten alten Erbswurst hatte. 
Und oh Wunder, daraus wurde dank Zauberstab, Creme Fraiche und Gewürzen eine schmackhafte Erbsensuppe,

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